detours/contours

Installation aus Klängen und Zeichnungen

detours/contours verbindet ein 4-kanaliges einstündiges Tonband mit einer großformatigen Zeichnung auf Transparentpapier und einer Vielzahl kleinformatiger Monotypien auf Karton zu einer audiovisuellen Installation.
Ausgangspunkte dieser klangkartographischen Arbeit sind einerseits etwa 100 Field Recordings, die ich im Zuge eines mehrmonatigen Stipendiumsaufenthalts in der Schweiz zusammengetragen habe, und andererseits graphisches Material von den Aufnahmeorten und den Wegen dorthin: Photographien, (topographische, geographische und thematische) Karten, aber auch Textsequenzen und Fahrpläne der öffentlichen Verkehrsmittel, mit denen ich unterwegs gewesen bin.
In einem Prozeß vielfacher graphischer wie klangelektronischer Transformationen ist aus dem angehäuften Rohmaterial eine Assemblage diachroner und transmedialer Feedbacks entstanden: Aus Photographien abgeleitete Konturen alpiner Landschaftspanoramen fungieren als Hüllkurven für dynamisch-räumliche Klangverläufe und -filterungen; übereinander geschichtete Abfahrts- und Ankunftszeiten von Bussen und Bahnen geben Hinweise auf Frequenzmodulationen; topographische Höhenlinien strukturieren bisweilen das akustische Zeitvergehen. Umgekehrt perforiert das 60-minütige Tonband die 6 Meter lange Zeichnung, die sich partiell als eine präzise Verlaufspartitur lesen läßt: Kurze O-Tonsequenzen korrespondieren einem Videostill oder mehrfach gerasterten photographischen Details; Klangtransponierungen finden in Maßstabsveränderungen einen sichtbaren Widerhall. Die kleinformatigen Monotypien zeigen ausschnitthafte Vergrößerungen, Modulationen, Permutationen und Varianten von graphischen Elementen der Transparentpapier-Zeichnung und kartieren zugleich den Fortgang der Sammlung des akustischen Materials. Insofern detours/contours einen Prozeß der materialen Umwege realisiert, geben die Monotypien dem Work-in-progress als Wegmarken Kontur.